Kinderwunsch – wann ist man bereit für Nachwuchs?

Kinderwunsch

Es gibt wohl keinen optimalen Zeitpunkt für Nachwuchs. Meistens gibt es irgendetwas in irgendeinem Lebensbereich, was einen daran hindert sich bereit zu fühlen. Das kann eine stressige Situation auf der Arbeit sein, z. B. Personalmangel oder ein bestimmtes Projekt was erst noch fertig gestellt werden muss. Oder Projekte im privaten Bereich, z. B. eine Reise oder ein Hausbau. Es gibt jedoch einige Punkte an denen man sich orientieren kann, wenn es um das Thema Kinderwunsch geht. Sind diese erfüllt, hat man eine wichtige Voraussetzung um möglichst entspannt in die Kinderwunschzeit starten zu können. Partnerschaft, Lebenssituation und finanzielle Lage sind Pfeiler, auf deren Stabilität man achten sollte. Natürlich spielt auch das Alter eine Rolle.

Selbstverständlich sind viele Dinge, die ohne Kind normal waren mit Kind nicht mehr machbar oder werden sehr umständlich. Ist man noch sehr jung, muss man sich die Frage nach dem bereit sein, auch im Hinblick auf Freizeitgestaltung stellen. Sich darüber im Klaren sein, dass ein Kind eine endgültige Entscheidung ist, dass man Verantwortung im Höchsten Maße hat und das gewohnte Leben erstmal zu Ende ist, sollte die erste Überlegung zum Thema Kinderwunsch sein.

Was verändert sich mit dem Nachwuchs

Mit dem Nachwuchs verändert sich der ganze Alltag und das ganze Leben. Das weiß in der Theorie jeder. Doch in der Praxis sieht es ganz anders aus. Was es wirklich bedeutet, seine eigenen Bedürfnisse ganz zurück zu stellen, in der ersten Zeit vielleicht völlig auszublenden, das merken die Eltern erst, wenn die Situation da ist. Vielen wird erst nach einer anstrengenden Geburt bewusst, dass sie sich jetzt nicht nach eigenen Wünschen erholen und ausruhen können.

Das Baby ist geboren und möchte versorgt werden. Sich damit auseinandersetzen und sich das so gut wie möglich bewusst machen ist jedem zu empfehlen. Ein stabiles, sicheres Umfeld ist ein wichtiger Punkt für das Bereit sein. So ist es ein Unterschied ob man seinen Partner gut kennt und ein eingespieltes Team bildet, vielleicht schon lange zusammen lebt und eine Idee von der gemeinsamen Zukunft hat oder ob man in der Partnerschaft noch zu einer funktionierenden Einheit wachsen muss. Mit dem Eltern sein tauchen plötzlich Konflikte auf, mit denen man nie gerechnet hätte. Es müssen viele Entscheidungen getroffen werden und es ist ein großer Vorteil mit dem Partner auf einer Wellenlänge zu liegen. Als Eltern lernt man sich nochmal völlig neu kennen. Da ist es gut, wenn man sich zumindest als Paar schon finden konnte.

Lebt man in einem Umfeld in dem man sich wohlfühlt und sich „angekommen“ fühlt, kann man entspannter in die erste Zeit mit Nachwuchs starten. Wenn man weiß, wohin man gehört, auch räumlich, kann man die Schwangerschaft für Einrichtung und Gestaltung des Kinderzimmer nutzen, und so die Vorfreude noch steigern. Man baut quasi sein fertiges Nest nur noch aus. Das ist in jedem Fall einfacher als ein völlig neues Nest bauen zu müssen. Das häusliche Umfeld sollte auch nochmal gesondert betrachtet werden. In welcher Umgebung lebe ich? Ist es kindgerecht? Habe ich einen Garten oder gibt es Spielplätze in der Nähe? Wo könnte mein Kind zur Kita gehen?

Ein gutes Netzwerk

Um für Nachwuchs bereit zu sein, ist es gut schon im Vorfeld für ein ausgebautes Netzwerk zu sorgen. Wer kann als Ansprechpartner bei Fragen dienen, wo gibt es einen guten Kinderarzt und habe ich noch andere junge Eltern in meinem Umfeld? Das sind nur einige Fragen, die man sich stellen kann. Eine helfende Umgebung, z. B. in Form von Großeltern, Onkel oder Tanten die im Alltag unterstützen können, sollte nicht unterschätzt werden. Omas die von Anfang an integriert sind und mit dem neuen Familienmitglied eine Routine erlernen, können später als Babysitter einspringen oder einen Elternteil bei der Impfung beim Kinderarzt unterstützen. Der Austausch mit anderen Eltern kann auch als hilfreich und angenehm empfunden werden. Zum Bereit sein gehört auch sich danach umzuschauen. Sollten keine anderen Eltern im Freundeskreis vorhanden sein, ist es nützlich sich über Elterntreffs oder Krabbelgruppen zu informieren, die in der Umgebung angeboten werden. Dort lernt man schnell andere Eltern kennen und bekommt so einen Einblick in den Alltag anderer Familien. Das hilft, Stabilität zu bekommen und andere Sichtweisen kennenzulernen.

Die berufliche und finanzielle Lage

Ein geregeltes und ausreichendes Einkommen erspart werdenden Eltern viele Sorgen und Probleme. Sich darüber klar zu werden, ob man in der Lage ist, ein Kind und daraus entstehenden, oft nicht planbaren, finanziellen Aufwendungen stemmen zu können ist natürlich essentiell. Nicht nur wegen der finanziellen Seite sollten feste Arbeitsverhältnisse bestehen. Mit einem kleinen Kind eine neue Anstellung zu finden, ist auch nicht so einfach. Viele Arbeitgeber stellen lieber Kräfte ohne Kinder ein. Kinder sind oft krank, es gibt Schließtage in Schulen und Kindergärten und die Eltern sind an die Ferien gebunden. Es kann gut sein, dass der Mitarbeiter mit Kindern öfter ausfällt, als der Mitarbeiter ohne Kinder. Außerdem ist man bei der Arbeitssuche nicht mehr so flexibel wie früher.

Zunächst muss es eine Betreuungsmöglichkeit für das Kind geben, während die Eltern arbeiten. Plätze in Krippen sind rar und stellen eine hohe finanzielle Belastung dar. Auch muss das Kind dort natürlich zu festen Zeiten gebracht und abgeholt werden. Das muss mit der neuen Arbeitsstelle im Einklang sein. Besteht jedoch bereits ein festes Arbeitsverhältnis, lassen sich leichter Absprachen finden und Kompromisse treffen was die neuen Arbeitszeiten angeht. Abgesehen davon werden die Ausgaben mit Kindern automatisch höher. Es wird häufig neue Kleidung benötigt, da Kinder schnell aus ihren Sachen herauswachsen. Kosten für Kinderbetreuung wurden bereits erwähnt. Des weiteren kommen Kosten für Spielsachen, Ausflüge etc. dazu.

Wer ist bereit?

Wer sich dies alles genau durch den Kopf gehen lässt, geht nicht unüberlegt in den Kinderwunsch und kann damit feststellen ob er bereit oder zumindest vorbereitet ist, eine Familie zu gründen. Oft denken Paare sie sind bereit für Kinder, aber viele Dinge kommen erst während der Elternschaft zum Vorschein und viele Fragen, die sich stellen, waren vorher noch nicht im Ansatz abzusehen. Zu 100 % bereit ist wahrscheinlich niemand und sich auf alle Situationen und Probleme perfekt vorzubereiten funktioniert auch nicht. Doch sich mit einigen der genannten Dinge auseinanderzusetzen, könnte viele unangenehme Überraschungen verhindern.

Über Christian 47 Artikel
31 Jahre alt, gebürtig aus Cuxhaven und bekennender Kaffeejunkie :-). Viel Spaß beim Stöbern!